Pressebericht zur 1. Friedberger Opel-Kuhl-Blues-Night
Die Werkstatthalle wurde zur Blueshall - 1. Opel-Kuhl-Blues-Nacht übertraf alle Erwartungen
Friedberg(har). In eine "Blueshall" verwandelt wurde am Samstagabend die große Werkstatthalle von Opel-Kuhl in der Fauerbacher Hauptstraße. Dort, wo sonst Autos repariert oder gewartet werden, spielten mit der "Dale King Bluesband featuring Manfred Häder" und der "Matchbox Bluesband" zwei Formationen aus dem Rhein-Main-Gebiet, die seit über zwei Jahrzehnten zur "Creme de lá Creme" der deutschen und europäischen Bluesszene gehören. Möglich wurde der Auftritt der acht Bluesmusiker durch das Engagement von Armin Kuhl, selbst begeisterter Bluesfan und Hobbymusiker, der mit der "1. Friedberger Opel-Kuhl-Blues-Night" sicher ein Wagnis einging, doch über 250 Besucher bewiesen, dass es auch in der Wetterau eine große Gemeinde von Bluesfans gibt und die erlebten über vier Stunden die Vielfalt des Blues in Perfektion. Der Besuch übertraf denn auch die Erwartungen von Armin Kuhl, der sich sichtlich darüber freute, dass es auch in der Wetterau eine Bluesgemeinde gibt.
Den Abend eröffnete die "Matchbox Bluesband", die sich auf den Chicago Blues spezialisiert hat und dabei in den letzten gut 20 Jahren so manches Blues-Kleinod ausgegraben hat, was man ansonsten kaum hört, was jedoch genauso reizvoll ist, wie die bekannten Klassiker, von denen die vier Frankfurter Musiker unter anderem spielten. Dabei überzeugten alle vier sowohl mit ihren hervorragende Soli als auch mit ihrem kompakten Zusammenspiel. Immer wieder gab es da spontanen Beifall für Klaus "Mojo" Kilian, der sowohl mit der Bluesharp sowie mit der Rhythmus und der für den Chicago-Blues typischen Slide-Gitarre und nicht zuletzt als Sänger überzeugte. Gleiches galt auch für Leadgitarrist Bernd Simon, der seine E-Gitarre und sich selbst bei seinen phänomenalen Soli auch schon mal zum "zittern" brachte. Mehr als nur Begleiter der beiden Sänger und Gitarristen war Schlagzeugurgestein Georg Viel, der seit 35 Jahren in der Bluesszene aktiv ist und lange Jahre Mitglied in der Band von Alexis Korner war. Am Kontrabass stand nicht, wie gewohnt, Detlef Schmidt, der derzeit in den USA weilt, stattdessen war eigens aus Hildesheim Heike Busche gekommen und die fügte sich nahtlos in die Band ein. Auch einige selbst geschrieben Rhythm & Blues-Stücke gehörten zum Repertoire der Matchbox Bluesband, die von den Fans langen Beifall erhielt. Da wechselten sich ruhigere Stücke, darunter auch ein ursprünglicher Blues von Robert Johnson aus den 30er Jahren, ab mit fetzigen rhythmischem Blues, wie "Date bait" und spätestens hier wurde deutlich, dass die Wurzeln des Rock'n'Roll im Blues liegen. Natürlich gab es nach 75 Minuten frenetischen Beifall und mit dem "T-Bone-Shuffle" als Zugabe beendete die "Matchbox Bluesband" ihren Auftritt in der "Opel-Kuhl-Blues-Hall, die dank dem hervorragendem Licht von DJ Bobby, der auch die hinteren Regionen der Halle mit farbigen Lampen indirekt ausgeleuchtet hatte und so für eine Clubatmosphäre der besonderen Art gesorgt hatte.
Garanten für fetzigen und rhythmischen Blues sind auch Dale King und Manfred Häder, die zusammen mit Bassist Hans M. Bill und Schlagzeuger Michel Hoffmann die "Dale King Bluesband featuring Manfred Häder" bilden. Nach nur 15 Minuten Umbaupause legten die vier denn dann auch gleich mächtig los mit ihrem typischen Sound, in dem sie klassische Blueselemente mit etwas Soul und Funk verschmelzen, was einen groovigeren und etwas härteren Blues zur Folge hat. Ein ums andere Mal brillierte da Dale King sowohl als Sänger aber im besonderen auf der Bluesharp und bestätigte somit die von vielen Blueskennern immer wieder aufgestellte These von "einem der besten Bluesharpspieler in Europa" eindrucksvoll. Dazu kam mit Manfred Häder ein exzellenter Gitarrist, der in seinem Genre auch zum Allerfeinsten in Europa zählt. Immer wieder überraschte Häder mit rasend schnell wechselnden Griffen und einer nicht minder tollen Improvisationskunst. Für den nötigen Groove sorgte Hans M.Bill am E-Bass und für den richtigen Antrieb sorgte Michel Hoffmann am Schlagzeug. Immer wieder gab es auch hier Beifallsstürme der Blues-Fans, die nun kaum still stehen konnten. Die vier Musiker brillierten mit eigenen Versionen bekannter Stücke, beispielsweise von B. B. King oder dem Klassiker "Bring it on home to me". Klar, dass es da sofort Zugaberufe gab und was dann folgte, war der Höhepunkt des Abends, kamen doch nun Klaus Kilian und Bernd Simon von der Matchbox Bluesband auf die Bühne und zu sechst wurden die Blues-standards "Sweet Home Chicago" und "Rute 66" geradezu zelebriert. Immer wieder wurde aufs neue improvisiert, ein Solo jagte das andere und irgendwann saß auch wieder Georg Viel am Schlagzeug, doch auch diese 20-minütige Session langte den Fans noch nicht. Es wurde gepfiffen, geklatscht und gebrüllt, was das Zeug hielt und nach fast zwei Minuten kamen alle sieben noch einmal zurück, um mit dem "Stormy monday blues" eine Bluesnacht ausklingen zu lassen, die geradezu nach Fortsetzung im nächsten Jahr schreit...