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Fotoreportage zur 5. Kuhl Blues Nighthier entlang >>>
Stehende Ovationen für die Bühnenakteure
Friedberg (har). »Das ist ein Blues-Fest und wir Musiker sind froh, dass wir hier dabei sein durften«, meinte Bluesharp-Virtuose Mojo Kilian am Ende seines Auftritts mit Tommie Harris and Friends. Der Frankfurter sprach das aus, was wohl auch die Besucher der 5. Kuhl-Blues-Night am Samstagabend in der Werkstatthalle des Autohauses Kuhl in der Fauerbacher Hauptstraße empfanden.
Tatsächlich hat sich die Blues-Nacht, die Blues-Fan Armin Kuhl vor vier Jahren erstmals veranstaltete, in der Wetterauer Musikszene ebenso etabliert wie in der bundesweiten Blues-Szene, und da wundert es nicht, dass das Konzert restlos ausverkauft war. Während in der Halle die Besucher dicht aneinander standen, warteten draußen am Eingang Blues-Fans noch, dass irgend jemand Karten zurückgibt.
»Es ist toll, dass es immer mehr wird«, meinte denn auch Armin Kuhl bei der kurzen Begrüßung der Besucher, die nicht nur aus dem ganzen Rhein-Main-Gebiet, sondern auch aus Rheinland-Pfalz, dem nördlichen Bayern und sogar aus Schwerin gekommen waren, vor allem, um Larry Garner zu erleben.
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Nach einem kurzen Dank an »Küchenchef« Jürgen Ohl, die Handballer der SU Florstadt für die Übernahme der Bewirtung und allen ehrenamtlich tätigen Autohaus-Mitarbeitern gab Kuhl dann die Bühne frei für fast vier Stunden Blues vom Allerfeinsten.
Das Programm eröffneten die von Kuhl als »Lokalmatadoren« angekündigte Band
Tommie Harris and Friends, sind doch alle Musiker im Rhein-Main-Gebiet zuhause.
Harris ist als Schlagzeuger und Sänger seit Jahrzehnten in der Frankfurter
Blues-Szene und darüber hinaus eine feste Größe, und zusammen mit Bassist Kevin
Duvernay und Gitarrist P.C. Bryant begeisterte er von Beginn an die Besucher mit
Blues-Klassikern.
Dabei setzte Bryant mit seinen Gitarrensoli immer wieder besondere Akzente,
während Duvernay dem Ganzen mit seinem variablen Bassspiel den richtigen Drive
gab. Ein besonderer Höhepunkt war die Interpretation von Santanas »Black Magic
Woman«, und die drei bewiesen anschließend, dass Samba-Rythmen und Blues
gemeinsame Wurzeln haben.
Nach zwanzig Minuten
kamen die beiden »Down Home Percolaters« Klaus Kilian und Bernd Simon dazu, und
die Fünf spielten Blues, ganz nach dem Geschmack aller Besucher. Immer wieder
brandete Zwischenapplaus für die Soli auf. »Wir kommen gerne wieder, danke,
Armin«, meinte denn auch Kilian nach der stürmisch geforderten Zugabe.
Als Top-Act folgte der Auftritt von Larry Garner. Der amerikanische Blues-Star,
der als einer der besten lebenden »Blues-Erzähler« gilt, präsentierte sich in
absoluter Bestform, und das nur wenige Monaten nach einer schweren Erkrankung.
»Guten Abend, Leute«, meinte Garner auf Deutsch, und von Beginn an suchte er den
Kontakt mit den Besuchern, vor allem mit den Frauen, denen er die Mehrzahl
seiner Songs widmet, erzählt er doch in seinen Liedern alltägliche
Begebenheiten, die er selbst erlebt oder gesehen hat.
Immer wieder erzählt Garner, warum er ein Lied singt, oft auch mitten im Song,
spricht dabei wieder Besucher an und freut sich wie ein kleiner Junge über die
Reaktionen des Publikums. Es ist dies der Blues, so wie er einst entstand,
jedoch durchaus mit modernen Einflüssen. So hat das melodische »Let me dreamin'«
durchaus das Zeug zu einem großen Hit, während Garner mitten in einem Stück kurz
zu rappen anfängt, als er einem jungen Mann mit lautem Bass im Auto begegnet.
Doch nicht nur Larry Garner überzeugte die Besucher, gleiches galt für seine
drei musikalischen Begleiter. Raphael Wressnig am Piano und an der Hammond-Orgel
setzte mit seinem schier unglaublichen variantenreichen Spiel immer wieder
besondere Akzente, was auch für Shedrick Nellon am Bass und Schlagzeuger Michael
Aures galt. Die Musiker sorgten für einen knapp 90-minütigen Auftritt, der
sicher zum besten gehört, was jemals in der Kreisstadt zu hören war. Die
Besucher dankten es mit einem Beifallsorkan, und die wenigen, die eine Sitzplatz
ergattert hatten, sorgten für stehende Ovationen.
Natürlich kam Garner noch einmal auf die Bühne, um eine Jamsession mit den
Musikern um Tommie Harris anzukündigen. Das war so überhaupt nicht geplant, und
so wurden blitzschnell, Bluesharp und Gitarren ausgepackt und angeschlossen. Mit
sieben exzellenten Musikern, darunter drei Gitarristen, endete die Show »in the
Opel-Garage«, so Garner, der dann sofort zum Ausgang eilte, nicht nur um seine
aktuelle CD zu verkaufen und Autogramme zu geben, sondern sich auch einfach mit
den Blues-Fans zu unterhalten.